Herbert Grönemeyer
 
jetzt oder nie
 

Farben auf dem Asphalt,
Wasser schlägt ins Gesicht,
Mut wird sich angesungen,
fast ohnmächtig vor Wut der Gewalt entgegen.
 
Nächtelang nachgedacht,
jahrelang überwacht,
tausendmal aufgegeben,
alles falsch, ich will nur leben.
 
Jetzt oder nie,
jetzt oder nie mehr,
jetzt oder nie,
wascht ihr nur eure Autos.
 
Sie werden dich fotografiern,
sie werden dich registriern,
du verbaust dir dein ganzes Leben,
warum nur du, es gibt doch soviele andere.
 
Kämpfen für ein Land,
wo jeder noch reden kann,
herausschrein, was ihm weh tut,
wer ewig schluckt, stirbt von innen.
 
Jetzt oder nie,
jetzt oder nie mehr,
jetzt oder nie,
wascht ihr nur eure Autos.
 
Es tut so gut,
wenn dir die Seele brennt,
du auf die Straße rennst,
und du zeigst, es geht dir nicht gut,
daß dir der Kopf zerspringt,
und du weißt, daß du was tun mußt.
 
Wir werden dosiert zensiert,
Menschen achtlos diffamiert,
wie eine träge Herde Kühe,
schaun wir kurz auf und grasen dann gemütlich weiter.
 
Das Fernsehen redet uns tot,
Pflanzen sterben an Atemnot,
wir warten immer zu lange,
die Zeit rennt weg, wir müssen's angehn.
 
Jetzt oder nie,
jetzt oder nie mehr,
jetzt oder nie,
wascht ihr nur eure Autos.

 



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